Embolie

Embolie bezeichnet das plötzliche Verschließen eines Blutgefäßes durch eingeschwemmtes Material, das normalerweise nicht im Blut vorkommt. Dieses Material wird als Embolus bezeichnet und kann zum Beispiel aus Blutgerinnseln, Fett, Luft oder Fremdkörpern bestehen. Durch das Festsetzen des Embolus kommt es zu einer Unterbrechung des Blutflusses, was in den betroffenen Organen oder Geweben zu einem Sauerstoffmangel führen kann.

Ursachen und Entstehungsmechanismen einer Embolie

  • Blutgerinnsel (Thromben), die sich beispielsweise bei Vorhofflimmern oder nach Operationen lösen
  • Fetttröpfchen, meist nach Knochenbrüchen oder orthopädischen Eingriffen
  • Luft- oder Gasblasen nach medizinischen Eingriffen oder Tauchunfällen
  • Fruchtwasserbestandteile, selten während oder nach einer Geburt
  • Tumorzellen, die sich aus Tumoren lösen können

Häufige Formen der Embolie

  • Lungenembolie: Verschluss einer Lungenarterie durch einen Embolus, meist durch verschleppte Blutgerinnsel aus den Beinvenen.
  • Arterielle Embolie: Embolus verschließt eine Arterie im Körper, häufig im Gehirn (wie beim Schlaganfall) oder den Extremitäten.
  • Fettembolie: Fetttröpfchen gelangen in den Blutkreislauf, insbesondere nach Knochenbrüchen.
  • Luftembolie: Eindringen von Luft in die Blutbahn, etwa nach medizinischen Eingriffen oder Verletzungen.

Diagnose und Therapiemöglichkeiten

Die Diagnose einer Embolie erfolgt durch die Kombination aus klinischer Untersuchung, bildgebenden Verfahren und labormedizinischen Tests. Zu den wichtigsten Diagnosemethoden zählen:

  • Bildgebung wie Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Echokardiographie zur Beurteilung des Herzens
  • Laboruntersuchungen auf spezifische Blutwerte (z. B. D-Dimere)

Je nach Art und Lokalisation der Embolie kommen folgende Therapien zum Einsatz:

  • Medikamentöse Auflösung des Embolus durch Thrombolyse
  • Chirurgische Entfernung des Embolus (Embolektomie)
  • Blutverdünnung zur Vorbeugung weiterer Embolien
  • Symptomorientierte Behandlung, beispielsweise Sauerstoffgabe bei Lungenembolie

Bedeutung für Patienten: Nutzen und Risiken

Für betroffene Patienten und deren Angehörige ist das Verständnis einer Embolie wesentlich, um Risiken zu erkennen und Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

  • Nutzen:
    • Früherkennung und Behandlung können schwere Komplikationen verhindern
    • Aufklärung steigert das Bewusstsein für Risikofaktoren und Notfallsymptome
    • Rechtzeitige Therapie kann lebensbedrohliche Folgen abwenden

  • Risiken/Einschränkungen:
    • Embolien können trotz angemessener Vorsorge unerwartet auftreten
    • Akute Embolien stellen einen potenziell lebensbedrohlichen Notfall dar
    • Therapien sind mit Risiken wie Nachblutungen oder allergischen Reaktionen verbunden
    • Langzeitfolgen je nach Durchblutungsstörung möglich (z.B. Organfunktionsstörungen)