Der Begriff Depot beschreibt in der plastischen und ästhetischen Chirurgie die gezielte Ablagerung, Speicherung oder Anreicherung von Substanzen im Gewebe. Ein Depot entsteht beispielsweise, wenn Medikamente, Füllsubstanzen (wie Hyaluronsäure oder Eigenfett) oder andere Produkte lokal in einen bestimmten Bereich des Körpers eingebracht werden. Ziel ist es, dass die Substanz über einen definierten Zeitraum an Ort und Stelle verbleibt und dort ihre Wirkung entfaltet.
Verschiedene Arten von Depots
In der ästhetisch-plastischen Chirurgie unterscheidet man verschiedene Arten von Depots. Am häufigsten kommen zwei Varianten zum Einsatz:
- Medikamentendepots: Hier wird eine therapeutische Substanz – zum Beispiel ein Betäubungsmittel oder Kortison – lokal ins Gewebe eingebracht, damit sie verzögert und über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird.
- Füllsubstanzdepots: Bei ästhetischen Behandlungen werden Substanzen wie Hyaluronsäure, Eigenfett oder andere Filler in gezielten Depots unter die Haut injiziert, um Volumendefizite auszugleichen oder Konturen zu optimieren.
Depot-Technik bei Injektionen
Die genaue Ablage eines Depots erfolgt in der Regel durch Injektionstechnik. Dabei wird die Substanz mit einer feinen Nadel oder Kanüle in die gewünschte Gewebeschicht (z. B. Subkutis, Intramuskulär, in tiefe Fettkompartimente) eingebracht. Die Depot-Bildung ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung und stabile Wirkung am Zielort.
Bedeutung des Depots für Patienten
Die Depot-Anlage bietet verschiedene Vorteile und kann den Behandlungserfolg maßgeblich beeinflussen. Zu den wichtigsten Punkten zählen:
- Gezielte Wirkung durch langsame, kontrollierte Freisetzung von Medikamenten oder Fillern im gewünschten Bereich
- Längere Wirkungsdauer im Vergleich zu sofort freisetzenden Injektionen
- Reduzierter Injektionsaufwand und weniger Behandlungsintervalle erforderlich
- Möglichkeit zur individuellen Anpassung der Depotgröße und -stelle je nach Behandlungsziel
Nutzen, Risiken und Einschränkungen von Depots
Nutzen:
- Lang anhaltende Ergebnisse ohne häufige Nachbehandlungen
- Vermeidung von hohen Konzentratspitzen im Blutkreislauf (bei Medikamenten)
- Schonendere, lokal begrenzte Therapieoption
- Gezielte ästhetische Korrekturen mit natürlichem Erscheinungsbild
Risiken/Einschränkungen:
- Möglichkeit von lokalen Reaktionen wie Schwellungen, Rötungen oder Verhärtungen an der Depotstelle
- In seltenen Fällen Risiko von Infektionen oder allergischen Reaktionen
- Unregelmäßige Verteilung der Substanz kann zu ungewünschtem Erscheinungsbild führen
- Nicht alle Füllmaterialien oder Medikamente eignen sich als Depotpräparate
- Anpassungsbedarf der Methode bei individuellen Ausgangslagen