Dammschnitt

Dammschnitt bezeichnet einen chirurgischen Eingriff, bei dem das Gewebe zwischen Vagina und After (Damm) während der Geburt eingeschnitten wird. Dieses Verfahren wird angewendet, um den Geburtskanal zu erweitern und mögliche Gewebeschäden während der Entbindung zu vermeiden oder zu minimieren.

Anwendungsgebiete und Gründe eines Dammschnitts

  • Verkürzte Austreibungsphase, etwa bei kindlicher Gefährdung (z.B. Sauerstoffmangel)
  • Angeborene oder erworbene Engen im Geburtskanal
  • Geplanter Einsatz von Instrumenten wie Saugglocke oder Geburtszange
  • Vorgeburtliche Bedenken bezüglich der Gewebeelastizität des Damms

Ablauf des Dammschnitts

Vor dem Dammschnitt wird das Gewebe lokal betäubt, um Schmerzen zu vermeiden. Der Schnitt erfolgt meist schräg seitlich (mediolateral) oder gerade nach unten (median) vom hinteren Scheidenausgang in Richtung Anus. Die Wahl der Schnittführung richtet sich nach medizinischer Einschätzung und individuellen Gegebenheiten. Nach der Geburt wird der Damm zeitnah chirurgisch versorgt und vernäht.

Heilungsverlauf und Nachsorge

Die Heilung einer Dammschnitt-Wunde nimmt meist einige Tage bis Wochen in Anspruch. Eine sorgfältige Nachsorge ist entscheidend, um Infektionen und Komplikationen vorzubeugen. Zur unterstützenden Pflege zählen:

  • Regelmäßige hygienische Reinigung der Wunde
  • Kühlende Kompressen oder Sitzbäder zur Linderung von Beschwerden
  • Beobachtung auf Anzeichen von Infektionen wie Rötung, Schwellung oder Fieber
  • Frühzeitiger Kontakt zur Ärztin oder zum Arzt bei starken Schmerzen oder Blutungen

Vorteile und bekannte Risiken eines Dammschnitts

Potenzielle Vorteile:

  • Verminderung schwerer, unkontrollierter Dammrisse
  • Schnellere Geburt bei kritischer Lage des Kindes
  • Bessere Kontrolle über Schnittführung und Wundheilung
  • Möglichkeit, medizinisches Personal optimal einzubinden

Mögliche Risiken und Einschränkungen:

  • Schmerzen und Einschränkungen im Wochenbett
  • Infektionsgefahr im Wundbereich
  • Narbenbildung und eventuell verlangsamte Heilung
  • In seltenen Fällen Beeinträchtigung der Beckenbodenfunktion
  • Notwendigkeit operativer Nachversorgung bei Komplikationen