Emotionales Schwitzen bezeichnet vermehrte Schweißbildung, die vorrangig durch psychische Faktoren wie Stress, Angst, Nervosität oder Aufregung ausgelöst wird. Es handelt sich um eine normale körperliche Reaktion des autonomen Nervensystems auf emotionale Reize und unterscheidet sich in Auslösern und meist lokalisiertem Muster von anderen Formen der Hyperhidrose.
Ursachen und Auslöser von Emotionalem Schwitzen
Emotionales Schwitzen entsteht durch Aktivierung der sympathischen Nervenbahnen, die die ekkrinen Schweißdrüsen stimulieren. Häufige Auslöser sind:
- akuter Stress oder Prüfungsangst
- soziale Situationen oder Lampenfieber
- Aggression, Nervosität oder Schamgefühle
- körperliche Erkrankungen sind in der Regel nicht die Ursache, sollten aber ausgeschlossen werden
Typische Symptome und betroffene Bereiche
- häufig betroffene Bereiche: Hände, Füße, Gesicht, Achseln, Kopfhaut
- Sofortiges Einsetzen während oder nach belastenden Situationen
- keine erhöhte nächtliche Schweißbildung bei rein emotionalem Auslöser
- variierende Intensität je nach Person und Situation
Diagnostik und Abgrenzung
- Erfassung Trigger, Häufigkeit und Tageszeit des Schwitzens
- Körperliche Untersuchung zur Ausschlussdiagnostik
- Spezielle Tests: Minor-Stärke-Iod-Test oder gravimetrische Messung zur Lokalisierung und Quantifizierung
- Abgrenzung zu primärer Hyperhidrose, sekundärer Hyperhidrose (z. B. hormonell, medikamentös) und generalisierten Erkrankungen
Behandlung und Management
- verhaltenstherapeutische Maßnahmen und Entspannungstechniken zur Reduktion von Stressreaktionen
- lokale Antitranspirantien (Aluminiumchlorid) für mildere Fälle
- Botulinumtoxin-Injektionen zur temporären Blockade der Schweißproduktion in betroffenen Arealen
- systemische Anticholinergika bei ausgeprägtem Befund, unter Beachtung möglicher Nebenwirkungen
- Iontophorese zur Behandlung von Hand- und Fußschweiß
- operative Eingriffe (z. B. thorakale Sympathektomie) nur nach sorgfältiger Abwägung und bei schweren, therapieresistenten Fällen
Nutzen und bekannte Risiken / Einschränkungen
- Nutzen:
- Reduktion der Schweißmenge und damit Verbesserung von Alltagssituationen und Selbstsicherheit
- gezielte Therapien können soziale und berufliche Einschränkungen verringern
- nicht‑operative Optionen sind oft unkompliziert testbar und reversibel
- Risiken / Einschränkungen:
- Medikamentöse Therapien können systemische Nebenwirkungen haben (z. B. Mundtrockenheit, Sehprobleme)
- Botulinumtoxin wirkt zeitlich begrenzt und erfordert Wiederholungen
- operative Eingriffe tragen Risiken wie Kompensationsschwitzen oder operative Komplikationen
- bei sekundären Ursachen ist eine Behandlung der Grunderkrankung notwendig