Deepithelialisierung

Deepithelialisierung bezeichnet in der plastischen und ästhetischen Chirurgie das gezielte Entfernen der obersten Hautschicht, des sogenannten Epithels, von bestimmten Gewebearealen. Bei diesem Prozess wird nur die äußerste Hautschicht abgetragen, während die darunterliegenden Hautschichten, wie das Bindegewebe und die Blutgefäße, erhalten bleiben. Deepithelialisierung findet vor allem Anwendung im Rahmen von rekonstruktiven oder ästhetischen operativen Eingriffen.

Hintergrund und Anwendungsgebiete der Deepithelialisierung

Die Deepithelialisierung wird häufig im Zuge von Bruststraffungen (Mastopexie), Brustverkleinerungen oder bei der Rekonstruktion nach Tumoreingriffen eingesetzt. Der medizinische Hintergrund besteht darin, Hautareale vorzubereiten, sodass diese als sogenannte dermale Lappen für den Verschluss, die Modellierung oder Verlagerung von Gewebe verwendet werden können. Ziel ist dabei meist, überschüssige Haut zu erhalten und zur Formgebung oder Verbesserung der Durchblutung zu verwenden, ohne das Risiko für Wundheilungsstörungen zu erhöhen.

Vorgehen und Techniken

Im Rahmen einer Deepithelialisierung entfernt der Chirurg vorsichtig mit einem Skalpell oder speziellen Scheren das Epithel. Die darunterliegende Lederhaut (Dermis) bleibt dabei intakt. Dabei ist Präzision wichtig, um Nerven, Blutgefäße und darunterliegendes Gewebe nicht zu verletzen und optimale Voraussetzungen für die Heilung zu schaffen. Es gibt verschiedene Techniken, abhängig von der Indikation und dem individuellen Fahrplan der Operation.

Nutzen für Patienten

  • Erhalt des körpereigenen Gewebes für eine verbesserte Durchblutung im Operationsgebiet
  • Bessere Formgebung und Stabilität bei ästhetischen Eingriffen wie Bruststraffung oder Brustverkleinerung
  • Reduziertes Risiko für Wundheilungsstörungen im Vergleich zu vollständigen Hautentfernungen
  • Verbesserte ästhetische Ergebnisse durch natürliche Gewebeintegration und Narbenbildung

Bekannte Risiken und Einschränkungen

  • Mögliche Sensibilitätsstörungen im Bereich der deepithelialisierten Haut
  • Vorübergehende Schwellungen, Rötungen oder Blutergüsse nach dem Eingriff
  • Infektionsrisiko oder verzögerte Wundheilung bei Störungen im Heilungsverlauf
  • Limitiert bei stark vorgeschädigter oder schlecht durchbluteter Haut